Täter kündigte Tat im Darknet an

Chat-Unterhaltung offenbart weitere grausige Details
Weitere grausige Details aus einer Unterhaltung auf Whatsapp kurz vor der Tat werden bekannt, Screenshots davon kursieren im Internet. Wie der "Stern" berichtet, soll Marcel Heße gegen 19 Uhr seinem unbekannten Gesprächspartner geschrieben haben, dass er den Nachbarsjungen umgebracht habe und schickt Fotos seiner Tat. Auf das schockierte Nachfragen seines Chatpartners antwortet er lediglich "War total einfach. Kann aus einem Mord zwei machen, Ja/Nein?". Der Gesprächspartner antwortet nicht mal. Marcel H. schreibt noch "Werde jetzt meine Sim los. See you, Space Cowboy". Sein Chatpartner reagiert fassungslos: "Ich weiß nicht, was ich tun soll."


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Neunjähriger erstochen – Polizei geht Hinweisen auf weiteres Opfer nach


Es müssen grauenerregende Bilder sein, die der mutmaßliche Mörder eines Neunjährigen hochgeladen haben soll. Ein Video soll es aber nicht geben. Wer Marcel H. sieht, soll umgehend den Notruf wählen. Die Polizei stuft ihn als gefährlich ein.
Nach dem Mord an einem Neunjährigen aus Herne fehlt von dem 19-jährigen Verdächtigen weiter jede Spur. Die Beamten warnten, dass Marcel H. gefährlich sei und weitere Verbrechen angedeutet habe. Die Polizei fahndet inzwischen öffentlich nach ihm, denn er soll angedeutet haben, möglicherweise weitere Taten zu begehen. Wer ihn sieht, soll ihn nicht ansprechen, sondern umgehend den Notruf wählen. Der flüchtige Teenager sei vermutlich mit Tarnweste und -hose bekleidet.


Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) sagte, die in das Darknet eingestellten Aufnahmen machten "auch die Ermittler fassungslos". Eine Polizeisprecherin betonte am Abend, dass es sich nicht um einen Film handele, sondern um Bilder. "Videomaterial liegt uns aktuell nicht vor." Am Dienstagmorgen hatte ein Sprecher zunächst von einem Video im Darknet gesprochen.


Die Polizei war am Montag von einem Darknet-Nutzer alarmiert worden. Der Zeuge hatte gesehen, wie sich der ihm bekannte Marcel H. mit der Ermordung des Schülers brüstet, und er erkannte auch die Örtlichkeiten. Im Keller von H. fanden Polizisten die Leiche des Neunjährigen, der mit seiner Familie direkt nebenan gewohnt hatte. Marcel H. ist nach Angaben der Ermittler klar erkennbar auf dem Material im Darknet sowie auf Bildern, die inzwischen auch in normal zugänglichen Internetbereichen zu sehen seien. Er sei mit blutigen Händen neben der Leiche zu erkennen.
Was ihn zu der Tat getrieben haben könnte, wollte ein Polizeisprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Die Polizei stuft ihn als gefährlich ein. Er habe auch Gedanken an einen Suizid angedeutet. Der laut Polizei arbeitslose 19-Jährige mit abgeschlossener Schulausbildung lebte zuletzt offensichtlich alleine in dem Reihenhaus zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher. Es habe wohl ein Umzug im Raum gestanden, die Eltern seien bereits nicht mehr dort gemeldet, berichtete der Polizeisprecher. Auf der Suche nach Marcel H. wurden Hubschrauber, Hunde und Bereitschaftspolizisten hinzugezogen.


Motiv unbekannt


Der Oberbürgermeister von Herne, Frank Dudda, zeigte sich entsetzt. "Wir sind fassungslos und schockiert, wir trauern mit den Angehörigen", erklärte Dudda nach den Worten eines Sprechers. Er setze auf eine schnelle Aufklärung des Verbrechens. In der Schule des getöteten Jungen waren Seelsorger und Psychologen im Einsatz. Der mutmaßliche Täter Marcel H. war der Polizei bisher nicht aufgefallen. Er solle wenige soziale Kontakte pflegen, heißt es in dem Fahndungsaufruf. Beschrieben wird der Verdächtige dort als sehr schlank und ca. 1,75 Meter groß.

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