McDonald’s-Burger in die Zelle

Hamburger, Cheeseburger oder Veggieburger, zum Frühstück ein McToast mit Käse, Schinken und Speck. Auf einem offiziellen Polizeibogen dürfen die Insassen der Gewahrsamszellen nun ankreuzen, was sie denn gerne vom amerikanischen Fast-Food-Riesen haben möchten.

Große Burger gibt’s aber nicht, die sind der Polizei zu teuer. Praktisch läuft das so ab: Nachdem die Gefangenen bei den Polizisten ihre Wünsche geäußert haben, macht sich von der Wache der Kreispolizeibehörde auf der Hauptstraße eine Streifenwagenbesatzung auf zur nur 160 Meter entfernten McDonald’s-Filiale. Die Beamten geben dort ihre Bestellung auf und lassen sich den Empfang quittieren.


Der Bestellzettel wandert in die Buchhaltung der Behörde. Auf schnellstem Wege liefern die Polizisten dann die Fastfood-Produkte in die Zellen. Heiß und fettig – und gesund ist definitiv anders. Allein ein Cheeseburger hat schon 302 Kalorien. Da stellt sich die Frage: Was soll das überhaupt?

Dass seit diesem Monat zu McDonald’s-Produkten gegriffen werde, habe einen ganz pragmatischen Grund. Bisher sei die polizei von der kantine des marien-krankenhauses beliefert worden, der anbieter habe den vertrag gekündigt.

Wenn wir Menschen in Gewahrsam nehmen, müssen wir als Polizei auch eine Grundversorgung an Nahrungsmitteln sicherstellen“, sagt Polizeisprecher
Richard Barz. Durchschnittlich sechs bis acht Stunden verbrächten Alkoholsünder und Randalierer in den Zellen. Da bekomme der ein oder
andere nun mal Hunger. Dem NRW-Innenministerium passt die Fast-Food-Variante nicht, es spricht von einer „Notlösung“
Auch im Marien-Krankenhaus zeigte man sich etwas überrascht. „Wir hatten einen Catering-Wechsel“, so Sprecher Jörg Zbick, der alte Anbieter habe
den Essens-Vertrag gekündigt. Gerne könne der Deal mit der Polizei wieder aufgenommen werden. Dann gäbe es für die Gefangenen endlich
wieder deftigen Eintopf mit Würstchen statt Buletten-Brötchen.

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